Garten-Wissen

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Neophyten – Gefahr für die Biodiversität

Gebietsfremde Pflanzen, auch Neophyten genannt, sind nicht-einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten (meist aus anderen Kontinenten), absichtlich oder unabsichtlich, eingeführt wurden. Diese Pflanzen breiten sich auf Kosten einheimischer Arten aus. Einheimische Pflanzen sind hierzulande aber von grosser Bedeutung für die Biodiversität. Sie bieten vielen Lebewesen Nahrung und Lebensraum. Wenn Neophyten einheimische Pflanzen immer mehr verdrängen, schwindet auch der Lebensraum einheimischer Tiere, da diese nicht von den gebietsfremden Pflanzen leben können. Gleichzeitig profitieren Neophyten davon, nicht von einheimischen Insekten abgefressen zu werden: Sie wachsen schneller und produzieren mehr Samen. Dadurch tragen sie weltweit zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei.

Unter den vielen Neophyten, die hier angepflanzt werden, gibt es allerdings einige wenige, die sich besonders gut und stark verbreiten: sogenannte invasive Neophyten. Die Stiftung Info Flora führt eine Schwarze Liste und eine Beobachtungsliste. Die Schweizer Flora zählt heute ungefähr 750 Neophyten, davon werden 57 zu den invasiven oder potenziell invasiven gezählt. Es ist dringend empfohlen, auf diese Pflanzen zu verzichten.

Quellen: Kanton Zürich, Stiftung Info Flora

Die Buchspflanzen sind sehr beliebt und in unseren Gärten als Heckenpflanzen und Solitärgehölze weit verbreitet. Der Buchs ist immergrün, pflegeleicht und galt als robust bis vor einigen Jahren der Buchsbaumzünsler und die Pilzkrankheit Cylindrocladium buxicola auftauchten.

Buchsbaumzünsler: der Schädling

Der Buchsbaumzünsler ist ein Schädling, der aus dem asiatischen Raum stammt. Er kam im Jahr 2007 über den Rhein in den Raum Basel. Mittlerweile erstreckt sich sein Auftreten über die ganze Schweiz. Im Frühjahr (ca. Mitte März) werden die Zünsler-Raupen aktiv und fangen an zu fressen. Die Raupen sind gelb bis dunkelgrün, besitzen eine schwarze Kopfkapsel und weisen in der Längsrichtung schwarz-weisse Streifen auf. Nach einem 4-wöchigen Raupenstadium verpuppen sich die Raupen, um ca. 10 Tage später, als weissgrauer Falter, wieder Eier auf der Blattunterseite abzulegen.

So erkennen Sie den Befall

Auf den ersten Blick erkennen Sie vor allem die Frassschäden, welche die Buchsbaumzünsler-Raupen verursachen. Abgefressen werden sowohl die Blätter als auch die noch grüne Rinde von jungen Zweigen. Man erkennt den Buchsbaumzünsler zudem an den weisslichen Gespinsten (ähnlich wie Spinnennetze), die sich überall an der Buchspflanze befinden.

Auch die grünbraunen Kotkügelchen, die in den Gespinsten und in den Blättern liegen, sind ein deutliches Erkennungsmerkmal. In der kalten Jahreszeit erkennt man oft auch die Zünsler-Puppen, die in den Gespinsten, eingewickelt zwischen den Blättern, überwintern. Das gelbliche Eigelege des Zünslers befindet sich auf der Blattunterseite, enthält ca. 15–20 Eier und fällt durch seine schwarzen Punkte in der Mitte jedes Eis auf.

Die Bekämpfung

Der Buchsbaumzünsler-Befall kann mit Kendo Spray (für einzelne Pflanzen), Alaxon Gold, Deril oder Kendo Gold (für kleine Buchsbestände oder kleineren Hecken) oder mit SanoPlant Bio-Spritzmittel oder SanoPlant BT DiPel® DF (für die biologische Bekämpfung) erfolgreich bekämpft werden. Die Pflanzen müssen durch eine Spritzbehandlung allseitig und bis ins Zentrum gut benetzt werden. Die Gespinst-Nester sollten zuvor etwas auseinandergezerrt werden, worin sich die Zünsler-Raupen sehr gerne verstecken. 

Nach 3–4 Wochen sollte eine Folgebehandlung bis Ende September erfolgen (im Voraus Kontrolle empfohlen). Eine prophylaktische Behandlung ist jedoch nicht möglich. Ist der Buchsbaum einmal von Buchsbaumzünslern befreit, regeneriert sich der geschädigte Buchsbaum sehr schnell. Tritt gleichzeitig Buchstriebsterben auf, kann Kendo Gold mit Switch gemischt und gleichzeitig gespritzt werden.

Buchstriebsterben: der Pilz

Das Buchstriebsterben wird von einem Pilz (Cylindro cladium buxicola) verursacht und kann während der gesamten Vegetationszeit (April bis Oktober) auftreten. Der schädliche Pilz breitet sich vor allem bei feuchtwarmer Witterung aus.

So erkennen Sie den Befall

Auffallend sind die braunen Flecken, die sich nach und nach auf den Blättern ausdehnen. Auf der Blattunterseite sind Ansammlungen von weissgrauen Sporen feststellbar.

Hat sich die Pilzkrankheit entsprechend ausgebreitet, verliert die Buchspflanze massiv Blätter. Wird nicht Einhalt geboten, dehnt sich der Befall auf die gesamten Bestände aus.

Die Bekämpfung

Stellen Sie einen Befall an Ihren Buchspflanzen fest, sollten Sie die kranken Triebe umgehend herausschneiden. Ebenso sollten Sie die abgefallenen Blätter am Boden entfernen, da sie Pilzsporen enthalten. Zur direkten Bekämpfung der Krankheit Switch einsetzen.

Switch verhindert das Eindringen der Pilzsporen in die Blätter und wirkt daher vorbeugend, wie auch abstoppend. Achten Sie bei der Spritzbehandlung auf eine gute Benetzung. Wiederholen Sie die Spritzungen, um eine entsprechende Wirkung zu gewährleisten.

Für einzelne kleinere Pflanzen reicht in der Regel eine übliche Gartenspritze. Bei grösseren Pflanzen oder Heckanlagen werden bessere Ergebnisse mit professionellen Motorspritzen erzielt. Mit diesen Geräten lassen sich alle Blätter bis ins Zentrum gut benetzen. Sollten Sie Fragen haben, rufen Sie uns an, wir beraten Sie fachkompetent und sind mit geeigneten Geräten gut ausgerüstet.

Quelle: Maagoplan – Gartenratgeber für Pflanzenschutz

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